Zurück zur Startseite
Zurück zur Startseite
ABP> Werkstatt > Auslandsreportage> Tag 3, Boeing
Barrierefreie Version ladenAlle Links unterstreichenDruckansichtEmpfehlung versenden

 

 

Dienstag, 16. Juni, Robert Kluge vom Flughafen "Boeing Field", Seattle


Nach Vancouver ging es nur für den größeren Teil der Gruppe: Anke, Nadine, Lukas und ich recherchieren in und um Seattle und Everett. Mein Thema ist der von Boeing bereits fünf Mal verschobene Erstflug des neuen Wundervogels 787 „Dreamliner". Allerdings ist Boeing Field, der Flughafen, an dem die Firma Boeing groß geworden ist, heute für mich nur ein Ausweichziel. Zwar soll der „Dreamliner", der mir seit Wochen schlaflose Nächte beschert, gegen Ende des zweiten Quartals erstmals abheben, doch die derzeit in Le Bourget/Paris versammelte Fachwelt ist sich einig und wettet auf den 30. Juni. Das ist zu spät für mich, denn das aktuelle Konkurrenzmodell von Airbus soll uns bereits am 26. Juni nach Frankfurt bringen.


Zudem sind die Prototypen in Everett entstanden und der Erstflug startet demzufolge auch dort. Die Landung allerdings, die soll hier am Boeing Field stattfinden - womit ich mich zu Beginn meiner Recherche genau dort befinde, wo im Idealfall meine Reportage hätte enden sollen.


Ein "Muss" für mich jedoch das "Museum of Flight", größtes nicht-staatliches Luftfahrtmuseum der USA und heftig von Boeing gesponsert: Ein Hardcore-Flugzeugfan würde hier wahrscheinlich Gefahr laufen, eine Überdosis verpasst zu bekommen. Draußen rauschen zudem fast im Sekundentakt die Maschinen vorbei - etwas höher über dem Platz im Anflug auf SEATAC, den internationalen Airport von Seattle (betont übrigens auf der zweiten Silbe - wie „Ehddides", was „Adidas" bedeutet), startend und landend am Boeing Field selbst (teils Werksflüge vor der Auslieferung an die Kunden), und dann sind da noch zwei Hubschrauber, die penetrant über diesem Hang dort im Osten kreisen. Sirenengeheul.

 

Und tatsächlich auch wieder einer dieser imposanten Weißkopfseeadler, die einem sonst auf jedem Dollarschein begegnen. Dieser aber ist genau so echt wie der, den wir am ersten Tag vor dem Hotel gesehen hatten. Gemächlich schraubt er sich ohne einen Flügelschlag nach oben, über warmer Luft, erzeugt von einer Qualmwolke, die sich später für mich leider auch als der Grund für die beiden Hubschrauber entpuppen wird. Die beobachteten nämlich einen Böschungsbrand, den ein fataler Verkehrsunfall entfacht hatte und den gestauten Verkehr. Für mich bedeutete das nach meiner recht erfolgreichen Arbeit in Boeing Field einen staubedingt 30 Minuten längeren Heimweg nach Everett. Angesichts all der starken Impressionen zählt das aber wirklich nicht.


 

"Boeing Field", der Flughafen, an dem die Firma Boeing einst groß geworden ist und von dem heute noch die Probe- und Abnahmeflüge der in Seattle gebauten Maschinen stattfinden.

 

 

 

Die allererste Boeing hob im Jahr 1916 ab. Heute hängt sie im "Museum of Flight" am Flughafen "Boeing Field" in Seattle.

 

 

 

Der Arbeitsplatz von Präsident J.F. Kennedy an Bord seiner "Airforce One", einer umgebauten Boeing 707. Zu Besichtigen im "Museum of Flight".

 

 

Bericht vom Montag, 15. Juni
Barrierefreie Version ladenAlle Links unterstreichenDruckansichtEmpfehlung versenden

Robert Kluge ist freier Journalist mit Schwerpunkt Luft- und Raumfahrt aus Leipzig.