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ABP> Werkstatt > Auslandsreportage> Tag 10, Fazit
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Donnerstag, 25. Juni, Klaus Innerhofer zieht sein ganz persönliches Fazit über die ABP-Auslandsreportage und ihre Betreuer, das "Duo Infernale" - "Gnadenlos" und "Beinhart".

 

Und so sehen wir betroffen, den Vorhang zu und alle Fragen ... beantwortet. Mit einer Art literarischem Quartett für Zehn (Peter Linden sprach von Dekatett) ging heute der offizielle Teil unseres Seminars zu Ende. Jeder unserer sprachlichen Rohdiamanten war vorab in der Gruppe, dann im Einzelgespräch mit Peter besprochen und solcherart feingeschliffen worden, dass wir ihn bei der Lesung in der Hotelbar gefahrlos vortragen konnten. Zum Schluss gab es vom „Duo Infernale" Linden/Poliwoda sogar ein paar salbungsvolle Worte mit auf den Weg, wonach wir alle „ganz ordentliche Reportagen" abgeliefert hätten.

 

Tags zuvor war es direkter zugegangen. Ganz nach Marcel Reich-Ranickis Motto „die Deutlichkeit ist die Höflichkeit der Kritiker" hatten Peter „Gnadenlos" Linden und Sebastian „Beinhart" Poliwoda abwechselnd guter Bulle/böser Bulle gespielt. So übte sich Sebastian im Scannen der Texte nach Hilfszeitverben (und zählte einmal bis zu 27 pro Artikel), während Peter seinen berüchtigten Wörter-Staubsauger auspackte und die Reportagen von sprachlichem Ballast befreite.

 

Ich denke, ich spreche für alle, wenn ich sage, dass wir die vergangenen 14 Tage als wertvolle berufliche und menschliche Erfahrung nicht missen möchten. Peter ist nicht nur ein begnadeter Schreiber, sondern auch didaktisch und analytisch hervorragend vorbereitet. Sebastian verdanken wir den perfekten Ablauf des Seminars, was aufgrund amerikanischer Eigenheiten und unangenehmer Überraschungen vor Ort nicht immer ganz einfach zu bewältigen war. Und er überraschte uns bei der Lesung mit einer äußerst amüsanten Golf-Reportage.

 

Morgen brechen wir Richtung Heimat auf. Ich freue mich riesig, denn trotz der netten ABP-Gruppe vermisse ich meine Frau und mein 14 Monate altes Töchterchen, die ich jetzt bald in die Arme schließen werde.

 

Mein Fazit: 1. Erst gute Reportagen machen eine gute Zeitung aus. 2. Eine Auslandsreportage ist harte Arbeit und kein Urlaub. 3. Vancouver und die kanadische Wildnis sagen mir mehr zu als Seattle und die Satellitenstadt Everett. 4. Das amerikanische Essen wäre auf die Dauer nichts für meinen Cholesterinspiegel.

 

5. Manchmal spinnen nicht nur die Römer, sondern auch die Amis (wer um 8.55 Uhr zum Frühstück kommt, kriegt nicht einmal mehr einen Kaffee; ein Bier gibt es selbst für augenscheinliche Greise nur nach Vorlage eines Personalausweises; wer zu zehnt auf einem großen anstatt zwei kleinen Tischen sitzt, zahlt 18 Prozent Steueraufschlag, and so on...).

 

Danke ABP! Schön, dass ich dabei sein durfte.

 

Vancouver bei Nacht.

 

Der District Quadra im Westen von Vancouver.

 

Alle indigenen Völker in Kanada werden mit dem Begriff "First Nations" (Erste Nationen) bezeichnet.

 

Bericht vom Mittwoch, 24. Juni
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Klaus Innerhofer ist Chefredakteur des südtiroler Sonntags-
magazins "Zett".